Texterin

Manager sollten sein wie Bergführer

Aug 10, 2015 17 min read

Mit locker eingestützen Händen und zurückgelehntem Kopf lacht André Lüthi lautstark und mit ganzer Kraft dem Himmel entgegen. Gerade so, als seien ihm all die schönen Momente durch den Kopf gegangen, die er auf seinen Reisen erleben durfte. Wer ihm dabei zusieht kann gar nicht anders, als mitzulachen.

Er hat das Lachen eines Mannes, der viel gesehen hat und viel weiss. Das Lachen eines unermüdlichen Unternehmers. Noch immer schmunzelnd senkt er den Kopf und aus seinen wasserblauen Augen, eingebettet in zufriedenen Runzeln, strahlt die Freude weiter. Sein Gesicht, bräunlich und zur Mitte über die Wangen leicht rötlich, erzählt von Abenteuern, von Stürmen und von brennender Sonne, eher weniger von einem Computerbildschirm. Man kann nicht genau sagen, was es ist, das diesen Herren mächtig scheinen lässt, seine fehlende Krawatte, das Lächeln, das zumindest in den Augen nie zu verschwinden scheint oder die Wortgewandtheit, die er mit breitem Berndeutsch ausschmückt? Der Mann, der schon über vierzig Mal auf dem Himalaya war, aber noch nie in Sarnen, erzählte den Zuschauern am vergangenen Frühlingsanlass des microPark Pialatus aus seinem Leben und zeigte auf, wie man auch anders unternehmen kann.

Immer mal wieder grinst Lüthi gutwissend: Wer bei ihm arbeiten wolle, müsse auf mindestens drei Kontinenten gewesen sein und auf jedem mindestens drei Monate. Ach ja: Europa zählt nicht. Aber Globetrotter will nicht nur fordern. Damit das Reisen auch während der Arbeit gefördert werden kann, kriegt jeder Mitarbeiten 12 Wochen Ferien. Wie kann es nun also sein, dass ein Unternehmer so lange Ferien machen kann?

Managerstil: Bergführen

Ein Unternehmer muss vertrauen und delegieren können und dafür braucht es die richtigen Leute: „Wenn das was du machst, aus dem Herzen oder aus dem Bauch kommt, dann kannst du es auch in anderen entbrennen,“ versichert der Weltenbummler. Er bevorzuge es daher, das Wort Manager durch „Führer“ zu ersetzen.

Ein Unternehmer habe zu führen wie ein Bergführer: Führer und Geführter haben dasselbe Ziel, beide wollen zum selben Ort, dabei liegt es am Führer, die Spur zu legen, aber das Seil locker zu lassen. „Man muss seinen Mitarbeitern vertrauen, sollten sie vom Weg abkommen kann man immer mal noch rasch am Seil zupfen, aber erst dann.“ Und sollte dann ein Sturm aufkommen, so brauche man Mut, um Umwege zu gehen, wobei man das Ziel nicht aus den Augen verlieren darf. Und: Als Führungskraft müsse man lernen, dass man einfach allein ist und daran glauben muss.

Lüthi begeisterte mit seinen Anekdoten, welche er in sympathischem Berndeutsch und mit dem Lachen eines Lebens voller abenteuerlichen Erfahrungen von sich gab. In der Geschäftswelt und insbesondere in der Reisebranche wehe zwar ein kühler Wind, doch wer gut geschützt sei und es verstünde, Windmühlen anstatt Schutzmauern zu bauen, der würde nicht weggeweht, sondern angetrieben. Während einer knappen Stunde gab er den anwesenden Unternehmern und Unternehmerinnen Tipps und erzählte seine eigene Erfolgsgeschichte.

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